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Zehn Prüfsteine für ein Leistungsversprechen

Angebote für handwerkliche Leistungen sind Leistungsversprechen. Das gilt auch für Maler-und Lackiererarbeiten. Ob Sie mit einer Arbeit zufrieden sein werden, entscheiden Sie bereits bei der Auftragsvergabe. Wer Billigangeboten den Zuschlag gibt, um Kosten zu sparen, riskiert billige Arbeit und die Verarbeitung von billigen Materialien.
Es gibt die einfachsten Beispiele z.B. beim Tapetenkleister. Die eine Sorte Tapetenkleister kostet in Baumärkten 2,50 €, die bessere im Fachhandel eben 7,50 €. Mangelhafte Ausführung, billigste Materialien sind die Ursachen für frühzeitig auftretende Schäden. Das kann sehr teuer werden. Gerade im Handwerk gilt: Wer billig kauft, kauft zweimal. Die nachfolgenden zehn Prüfsteine, sollen Auftraggebern helfen, Angebote sorgfältig zu planen und zu prüfen.


Prüfen Sie Angebote sorgfältig

Vergeben sie nicht voreilig an die unter dem Strich billigste Offerte. Ein Angebot ist zunächst ein Leistungsversprechen, nicht mehr aber auch nicht weniger. Deshalb vergleichen Sie die Leistungen.


Kennen Sie die Leistungsfähigkeit der Anbieter?

Wenn Sie den Anbieter nicht persönlich kennen, fragen Sie die Maler-und Lackiererinnung, ob dieser Anbieter als leistungsfähiger Meisterbetrieb bekannt ist. Ortsfremde Firmen oder extreme Preisunterbieter sind häufig auf dem Markt nur Eintagsfliegen, und sind bei später auftretenden Mängeln nicht mehr greifbar bzw. konkurs.


Geben Sie einheitliche Leistungsbeschreibungen vor und prüfen Sie die einzelnen Angebotspositionen

Fachlich genaue Leistungsbeschreibungen schließen Mißverständnisse in Angeboten aus. So können Sie Angebote besser prüfen und im Einzelnen vergleichen.


Das Preisleistungsverhältnis muss stimmen

Nicht das billigste Angebot ist das Beste. Prüfen Sie extrem teure und billige Offerten besonders kritisch. Als Richtlinie gilt: Das technisch, wirtschaftlich und gestalterisch annehmbarste Angebot erhält den Zuschlag (Auszug aus §25VOB/A).


Klären Sie die Ursache für Preisdifferenzen

Die häufigsten Ursachen sind zu niedrige Werkstoffkosten durch minderwertiges Material. Geringe Zeitansätze für Einfachausführungen mit unabwendbaren Folgeschäden, niedrige Löhne für wenig qualifiziertes Personal. Hinterfragen sie die vertragsgerechte Ausführung der gesamten Arbeit.


Festpreis je Mengeneinheit

Üblich ist ein Einheitspreis je Quadratmeter, Meter oder Stück. Nur in Ausnahmefällen wird ein Stundenverrechnungspreis vereinbart.


Der Stundenverrechnungspreis

Malermeisterbetriebe haben unterschiedliche Kosten und Stundenverrechnungspreise. Belegt und überprüfbar sollte die durchschnittliche Zusammensetzung des Stundenverrechnungspreises, Tariflohn, Werkstoffkosten, Gemeinkosten, Sonderkosten usw im Angebot sein.


Zu einem guten Angebot gehört mehr

Vergleichen Sie auch ausgeführte Objekte und den Service, sowie die technische, bauphysikalische und gestalterische Beratung. Dazu gehört die selbstverständliche Gewährleistung der Anbieter.


Planen Sie regelmäßige Instandsetzungsarbeiten

Halten Sie so ihre Kosten in Grenzen. Rechtzeitige Instandsetzungsarbeiten sind preiswerter als die Behebung größerer Schäden. Planen Sie mit Ihrem Maler- und Lackierermeister einen Instandsetzungsrhytmus.


Qualitätsarbeit ist ihren Preis wert

Planen und prüfen Sie die Angebote sorgfältig. Lassen sie sich von einem Sachverständigen des Maler-und Lackiererhandwerks beraten. Bedenken Sie immer, Qualitätsarbeit ist letztlich preiswerter als ein "billiges Leistungsversprechen".